KI trifft Corporate Fashion
Veröffentlicht am 24.06.2026
Effizient von der Idee zur Bestellung
Mit dem neuen KI-gestützten Editor treibt der Werbetextilien-Spezialist Daiber die Digitalisierung im Bereich modischer Corporate Fashion konsequent voran. Im Interview erklären Christof Kunze und Steffen Frank, wie aus Kalkulation, Gestaltung und Beauftragung ein durchgängiger Prozess entsteht. Händler und Kunden profitieren von mehr Transparenz, Effizienz und inspirierenden Visualisierungen – für schnellere Entscheidungen und überzeugende Markenerlebnisse.
Daiber erweitert den bestehenden Konfigurator für Veredelungen jetzt um einen neuen Editor mit KI-gestützten Funktionen. Was war der Auslöser für diesen nächsten Schritt in der Digitalisierung?
Christof Kunze: Der neue Editor ist für uns der konsequente nächste Schritt auf dem Weg zu einer internationalen, digitalen Full-Service-Plattform für Corporate Fashion. Unser Ziel ist es, unseren Kunden den gesamten Prozess rund um Veredelungen möglichst einfach, transparent und effizient aus einer Hand anzubieten – von der Kalkulation bis zur direkten Beauftragung. Der Weg dorthin war allerdings weit mehr als die Einführung eines neuen digitalen Tools. Um diesen Schritt gehen zu können, haben wir in den vergangenen Monaten zahlreiche Vorbereitungen getroffen – von Prozessanpassungen und der Weiterentwicklung unserer Veredelungstechnologien bis hin zur Vereinfachung komplexer Preislogiken. Unser Anspruch war es, die Veredelung für unsere Kunden so einfach und transparent wie möglich zu gestalten. Dahinter steckt ein umfassender Transformationsprozess, der viele Bereiche im Unternehmen eingebunden hat. Mit dem bestehenden Konfigurator haben wir bereits eine wichtige Grundlage geschaffen, um Druck- und Stickaufträge schnell und kundenindividuell kalkulierbar zu machen. Mit dem neuen Editor erweitern wir diesen Service nun um die visuelle Gestaltung und KI-gestützte Inspiration. Dabei stand für uns vor allem ein intuitives Nutzererlebnis im Mittelpunkt: Händler sollen das Tool einfach im Beratungs- und Verkaufsprozess einsetzen können und ihren Kunden frühzeitig zeigen, wie ein veredelter Artikel später aussehen kann.
Welche Vorteile bietet die neue Lösung konkret für Händler und deren Endkunden im täglichen Arbeitsprozess?
Steffen Frank: Die neue Lösung bietet vor allem eines: mehr Effizienz entlang des gesamten Veredelungsprozesses. Durch die Kombination von Kalkulation, Gestaltung und Visualisierung an einem Ort lassen sich Angebote schneller erstellen und Entscheidungen fundierter treffen. Ein wesentlicher Vorteil ist die höhere Planungssicherheit: Nutzer erhalten bereits während der Konfiguration eine direkte Einschätzung zur Umsetzbarkeit ihrer Motive sowie zur zu erwartenden Druck- oder Stickqualität. Das reduziert Rückfragen und Abstimmungsschleifen und macht den gesamten Prozess deutlich effizienter. Darüber hinaus erleichtert die visuelle Darstellung die Kommunikation mit Entscheidern im B2B-Umfeld. Nicht zuletzt sorgt die 24/7- Verfügbarkeit des Tools für ein hohes Maß an Flexibilität. Kunden können Projekte unabhängig von Geschäftszeiten planen, gestalten und kalkulieren und so wertvolle Zeit sparen.
Ein zentrales Highlight sind die KI-generierten Inspirationsbilder. Wie können diese Visualisierungen den Verkaufs- bzw. Entscheidungsprozess von Corporate Fashion unterstützen und welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz Ihrer Meinung nach künftig dabei?
Steffen Frank: Die KI-generierten Inspirationsbilder schaffen einen echten Mehrwert im Beratungs- und Verkaufsprozess, weil sie veredelte Produkte deutlich realistischer und emotionaler darstellen können als klassische Skizzen. Kunden erhalten bereits in einer sehr frühen Phase eine konkrete Vorstellung davon, wie ein Artikel mit ihrem Logo oder Motiv später im Einsatz aussehen kann – beispielsweise im Handwerk, im Service oder in anderen branchenspezifischen Umgebungen. Dadurch wird Corporate Fashion als Markenbotschafter erlebbar, ganz nach unserem Leitsatz „Wir verbinden Marken mit Menschen.“ Die Visualisierungen erleichtern die Vorstellungskraft bei individuellen Veredelungsprojekten, unterstützen die Entscheidungsfindung und können Kaufentscheidungen beschleunigen. Gleichzeitig lassen sich unterschiedliche Perspektiven darstellen – beispielsweise Rückenansichten oder alternative Einsatzszenarien –, ohne dass dafür zusätzliche Muster oder Fotos benötigt werden. Grundsätzlich verstehen wir Künstliche Intelligenz keinesfalls als reines Effizienz- oder Kostentool. Für uns steht vielmehr das Potenzial im Vordergrund, neue Möglichkeiten für Inspiration, Kreativität und Individualisierung zu schaffen. KI kann Prozesse beschleunigen und Ideen visualisieren, ersetzt aber weder Erfahrung noch persönliche
Beratung. Sie ist ein Werkzeug, das unsere Kunden dabei unterstützt, ihre Vorstellungen schneller und anschaulicher umzusetzen. Mit Blick auf die Zukunft sehen wir hier noch großes Potenzial, beispielsweise bei bewegten Visualisierungen. Entscheidend bleibt für uns dabei immer der konkrete Mehrwert für unsere Kunden und Partner.
Was unterscheidet den neuen Editor von klassischen Veredelungskonfiguratoren im Markt?
Steffen Frank: Der neue Editor unterscheidet sich vor allem durch seinen ganzheitlichen Ansatz. Während viele Lösungen am Markt entweder auf die Gestaltung oder auf die Preisermittlung fokussiert sind, vereinen wir Kalkulation, Visualisierung und Beauftragung in einem durchgängigen Prozess. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal sind die KI-generierten Inspirationsbilder, die veredelte Produkte in realitätsnahen Anwendungsszenarien zeigen. Dadurch erhalten Kunden bereits frühzeitig eine sehr konkrete Vorstellung vom späteren Ergebnis. Außerdem berücksichtigt unser System die individuell vereinbarten Konditionen unserer Kunden und zeigt automatisch die jeweiligen Preise an. Gerade diese komplexe Preislogik über unterschiedliche Kundengruppen hinweg ist technisch sehr anspruchsvoll und in dieser Form nur selten zu finden. Bei Stickaufträgen wird zudem die tatsächliche Stichzahl des jeweiligen Logos ermittelt und in die Kalkulation einbezogen. So orientiert sich die Preisermittlung an der tatsächlichen Komplexität der Veredelung und ermöglicht ein transparentes und faires Pricing für alle Beteiligten.
Welche Rolle spielen digitale Tools heute für die Individualisierung und Personalisierung von Textilien? Beobachten Sie hier veränderte Kundenerwartungen?
Christof Kunze: Digitale Tools spielen heute eine zentrale Rolle, weil Individualisierung und Personalisierung längst keine Zusatzleistungen mehr sind, sondern zunehmend erwartet werden. Kunden möchten Corporate Fashion schnell, unkompliziert und möglichst eigenständig an ihre Anforderungen anpassen können. Dabei verändert sich auch das Beschaffungsverhalten im B2B-Bereich deutlich. Sowohl Händler als auch Gewerbekunden erwarten heute zugängliche Lösungen, die jederzeit verfügbar sind und ohne unnötige organisatorische Hürden funktionieren. Es geht darum, Preise schnell zu prüfen, Varianten zu vergleichen, Entwürfe zu visualisieren und Bestellungen effizient auszulösen – unabhängig von klassischen Geschäftszeiten. Das bedeutet nicht, dass persönliche Beratung an Bedeutung verliert. Sie wird aber gezielter eingesetzt – etwa bei komplexeren Projekten oder individuellen Anforderungen. Für viele Standardprozesse wünschen sich Kunden heute schnelle digitale Wege, weniger Abstimmung per Telefon oder E-Mail und mehr Transparenz direkt im System. Dass dieser Bedarf vorhanden ist, sehen wir auch an der Nutzung unserer digitalen Services. Seit dem Start des Konfigurators im Juli 2025 und der Erweiterung um den Editor im März 2026 haben wir bereits eine vierstellige Anzahl an Veredelungsaufträgen abgewickelt. Mittlerweile entfällt ein relevanter zweistelliger Anteil unserer Veredelungsaufträge auf die digitalen Funktionen im Webshop. Für uns ist das ein deutliches Signal, dass Kunden diese Lösungen annehmen und die Mehrwerte schätzen. Genau diese Kundenzufriedenheit und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Services treiben uns an.
Der neue Editor verbindet gemeinsam mit dem Konfigurator Preisermittlung, Gestaltung und direkte Beauftragung in einem System. Warum wird diese Verzahnung im Corporate-Fashion- und Werbeartikelmarkt immer wichtiger?
Christof Kunze: Wir beobachten, dass Kunden heute durchgängige digitale Prozesse erwarten. Sie möchten möglichst schnell von der ersten Idee bis zur Bestellung gelangen. Genau hier setzt unsere Lösung an. Durch die enge Verzahnung von Konfigurator und Editor können Kunden ihre Veredelungsprojekte gestalten, visualisieren, kalkulieren und direkt beauftragen, ohne zwischen verschiedenen Systemen oder Ansprechpartnern wechseln zu müssen. Diese medienbruchfreien Abläufe sparen Zeit, reduzieren Fehlerquellen und erleichtern sowohl die Entscheidungsfindung als auch die Auftragsabwicklung. Davon profitieren Kunden, Händler und interne Prozesse gleichermaßen.
Daiber entwickelt sich zunehmend zur digitalen Full-Service-Plattform. Welche weiteren Entwicklungen oder digitalen Funktionen können Händler und Kunden künftig von Daiber erwarten?
Christof Kunze: Wir verstehen Daiber heute und in Zukunft zunehmend als digitale Full Service-Plattform, die stets ganzheitlich denkt. Unser Ziel ist es, für unsere Kunden mehr als ein Lieferant hochwertiger Corporate Fashion zu sein, sondern eine digitale Umgebung mit Services zu schaffen, die sie in ihrem täglichen Geschäft unterstützen. Dazu zählen bereits heute unser Konfigurator mit dem neuen Editor, digitale Werbematerialien oder die Daiber Media Cloud. Gleichzeitig bauen wir unser digitales Angebot gezielt aus. Mit der neuen Projekt-Funktion können beispielsweise Kalkulationen und Gestaltungen projektbezogen gespeichert und jederzeit wieder aufgerufen werden. Perspektivisch möchten wir auch Nachbestellungen komfortabel gestalten: Kunden sollen bestehende und vergangene Aufträge mit wenigen Klicks aufrufen, Mengen anpassen, neu kalkulieren und direkt erneut bestellen können. Zudem arbeiten wir daran, Prozesse flexibler zu gestalten und stärker an den individuellen Bedürfnissen unserer Kunden auszurichten. Ein Beispiel dafür ist die Frage, wann eine physische Bemusterung tatsächlich sinnvoll ist und wann digitale Freigabeprozesse eine effiziente Alternative darstellen können. Wir sehen großes Potenzial in intelligenten Konfigurationsmöglichkeiten, automatisierten Prozessen und weiteren digitalen Services. Unser Anspruch ist dabei nicht, Technologie und KI um ihrer selbst willen einzusetzen, sondern dort, wo sie Mehrwert schaffen – nicht als Ersatz für Erfahrung, Fingerspitzengefühl oder persönliche Gespräche. Hierfür setzen wir nach wie vor auf Menschen mit Branchenkenntnis und einer Leidenschaft für Corporate Fashion. Wichtig ist uns, neue Funktionen gemeinsam mit unseren Kunden weiterzuentwickeln. Deshalb freuen wir uns über jeden Pilotkunden, der neue Features frühzeitig testen und uns direkt Feedback geben möchte. Aus unserer Sicht ist eine agile Entwicklung mit engem Nutzerfeedback entscheidend, um ausgereifte Lösungen zu schaffen.
Bild oben: Geschäftsführer Christof Kunze (li.) und Steffen Frank, Leiter Digitalisierung/Geschäftsentwicklung, erläutern die Details und Hintergründe zu den neuen Digital-Services der Gustav Daiber GmbH.