Kahla muss Insolvenz anmelden
Veröffentlicht am 06.03.2026
Die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Kahla hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen schafft mit diesem Schritt den rechtlichen Rahmen, um die finanzielle Struktur des Unternehmens neu zu ordnen und die langfristige Zukunft des Produktionsstandortes zu sichern und das Unternehmen stabil aufzustellen.
Trotz des Insolvenzantrages zeigt sich Geschäftsführer Daniel Jeschonowski optimistisch: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir als Kahla-Team viel geleistet und ein hervorragendes Markenerlebnis geschaffen. Wir sind unternehmerisch auf dem richtigen Weg, werden aber in Zukunft mehr Wachstum erreichen müssen.“
Kahla wird seit 2020 umfassend restrukturiert. Neben der Vereinfachung von Prozessen wurden seitdem auch neue Kunden gewonnen und der Ausbau des Onlinegeschäfts hat in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Stärkung der Vertriebsbasis beigetragen. Nicht zuletzt deshalb verfügt die Marke Kahla über eine gute Position im Markt.
Betrieb geht zunächst weiter
Der vom Amtsgericht Gera eingesetzte Insolvenzverwalter Thomas Jacobs von der Kanzlei Brinkmann & Partner ist mit seinem Team bereits vor Ort und hat bereits erste Gespräche mit Geschäftsführer Daniel Jeschonowski und dem Betriebsratsvorsitzenden Stefan Schau geführt. „Mein erster Eindruck ist, dass Geschäftsführung und Belegschaft fest hinter der Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen stehen. Das ist wichtig, um die Produktion und Auslieferung im Antragsverfahren wie geplant fortzuführen und einen Plan für die Zukunft zu entwickeln“, so der Insolvenzverwalter in einer Unternehmensmitteilung. Trotz der Insolvenz läuft der Geschäftsbetrieb unvernändert weiter und es werden neue Aufträge angenommen, bestätigt und ausgeführt. Die 120 Mitarbeiter erhalten in den kommenden Monaten Insolvenzgeld. Eine entsprechende Vorfinanzierung ist bereits eingeleitet.
Wirtschaftliche Lage Grund für Insolvenzantrag
Als Grund für den Insolvenzantrag führt das Unternehmen aus der gleichnamigen thüringischen Stadt die wirtschaftliche Verunsicherung in Deutschland an. So sei die Messe- und Ordersaison bislang deutlich schwächer als erwartet verlaufen. Zudem sei im Gastronomiebereich eine spürbare Kaufzurückhaltung zu beobachten und die erneut stark gestiegenen Energiepreise würden für energieintensive Produktionsunternehmen wie eine Porzellanmanufaktur eine erhebliche Belastung darstellen.